Digitalisierung der Fernwärmeversorgung: Enertec Hameln profitiert von der FFVAV

Die Fernwärme- oder Fernkälte-Verbrauchserfassungs- und -Abrechnungsverordnung (FFVAV) bereitet vielen Energieversorgern Kopfschmerzen. Wie man den Umbruch als Chance nutzen kann, zeigt das Beispiel des Energieversorgers Enertec Hameln: Der Einsatz der Funktechnologie NB-IoT für das Smart Metering machte das Unternehmen FFVAV-konform und zum Vorreiter der Branche. Kai Gnuschke, Betriebsleiter Kraftwerk und Leiter Fernwärme: „Unsere Privatkunden sollen in Zukunft ihre Verbrauchsinformationen monatlich erhalten. Dafür müssen wir die Verbräuche elektronisch fernerfassen. Das gelingt nur mit intelligenten Messgeräten.“

Energieversorger stehen dabei unter Zeitdruck: Sobald ein Smart-Meter-Betreiber in ihrer Region eine Gateway-Infrastruktur betreibt, sind Versorger verpflichtet, sie zu dessen Konditionen zu nutzen. Enertec Hameln wollte jedoch autark bleiben und die Kontrolle über sämtliche Daten behalten. Man musste also zügig eine eigene Infrastruktur aufbauen. Zudem wollte Enertec einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, betont Gnuschke: „Dafür müssen wir unser Netz effizienter betreiben – das erreichen wir nur mit Energiemonitoring.“

Im Frühjahr 2022 wurden Enertec-Verantwortliche auf NB-IoT aufmerksam. Diese Technologie hat eine bessere Gebäudedurchdringung als LoRaWAN und kann Daten sogar aus tiefliegenden Kellerräumen übertragen. Zudem sind Aufbau, Betrieb und Instandhaltung weniger aufwändig: NB-IoT nutzt das Netz der großen Mobilfunkanbieter und ist fast überall verfügbar. Entscheidend war, dass Enertec Hameln für die Auslesung der Verbrauchsdaten den Ultraschall-Wärmezähler T550/UH50 des Anbieters von Energiemanagementlösungen Landis+Gyr mit dem integrierten NB-IoT-Modul CMi6110 von Elvaco einsetzte. Der Zähler loggt sich automatisch mit einer SIM-Karte in das NB-IoT-Netz der Deutschen Telekom ein und überträgt die Daten über den Mobilfunk in die Cloud. Die neue Lösung ließ sich schnell in die Abläufe bei Enertec Hameln integrieren. Aus der Cloud lassen sich die Daten jederzeit in eigene Anwendungen wie das Abrechnungsprogramm importieren.

Zunächst machte Enertec Hameln einen Feldversuch im Stadtgebiet. „Wir hatten keine Ausfälle. Die Lösung erfüllt alle Anforderungen des Datenschutzes und der FFVAV. Außerdem ist sie wirtschaftlich: Sobald die Infrastruktur aufgebaut ist, läuft alles vollautomatisch. Wir benötigen also kein zusätzliches Personal, um die FFVAV zu erfüllen“, berichtet Gnuschke. Heute liest Enertec Hameln 360 smarte Zähler über NB-IoT aus. Insgesamt könnte das Unternehmen 1.400 Geräte umrüsten – sogar in Miethäusern mit engen Kellern. Denn die Zähler benötigen dank des Batteriebetriebes keinen Strom. Der Energieversorger gestaltet die Umrüstung nachhaltig und installiert neue Geräte erst, wenn ein Zählerwechsel ansteht. Möglich wird dieses Vorgehen, weil selbst 13 Jahre alte T550/UH50 – ab Firmware 5.15 – mit NB-IoT-Modulen nachgerüstet werden können. 

Die Umstellung amortisiert sich schnell. Betrachtet man den gesamten Prozess, ist sie wirtschaftlicher als eine jährliche händische Auslesung. Die smarten Zähler liefern tagesaktuelle Werte, beispielsweise zu Energieverbrauch, Leistung, Temperaturen und Durchfluss. Fehler in der Infrastruktur fallen so früher auf. Enertec Hameln hat nun außerdem detaillierten Einblick in die eigene Netzhydraulik – und kann das Netz noch effizienter machen: „Durch die smarten Zähler können wir beispielsweise ausschließen, dass sich die Spitzenzeiten größerer Verbrauchergruppen überlappen. Das erlaubt uns, mindestens fünf Prozent zusätzliche Netzressourcen zu generieren: Wir müssen unser Netz nicht teuer ausbauen, sondern können sogar weitere Kunden anschließen.“

Die Lösung geht weit darüber hinaus, kurzfristig die FFVAV zu erfüllen. Sie bringt mehr Anschlusskapazität, trägt zum Klimaschutz bei, modernisiert die Arbeitsplätze und stärkt das Unternehmen so im Wettbewerb um Fachkräfte.

Über Elvaco
Die Elvaco AB realisiert seit 1984 technologieoffene Komplettlösungen und Services für die Erfassung, Bewertung und Präsentation von Energiemessdaten in Gebäuden und industriellen Anlagen. Typische Anwender sind Versorger, Messdienstleister und Industrieunternehmen. Auf Basis der erzeugten Daten erhalten diese verlässliche Entscheidungsgrundlagen für ein optimiertes und umweltbewusstes Energiemanagement. Das Angebot reicht von Zählern und Sensoren, Zählermodulen und Gateways bis hin zu cloudbasierten Systemen und zugehörigen Dienstleistungen. Zusätzlich ist Elvaco Experte im Bereich Energy Connectivity und spezialisiert auf die Entwicklung und den Einsatz von Zählerkonnektivitätsmodulen für Wärme- und Stromzähler.
Als eines der ersten Unternehmen ist Elvaco vor 40 Jahren in die smarte Energiemessung eingestiegen. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 70 Mitarbeitende. Über 2.000 Kunden weltweit nutzen die Produkte und Services in den Bereichen Energieeffizienz, Rechnungsstellung und Statistik, Nah- und Fernwärme, Wasserversorgung, Gebäudeautomation, Elektrizität und Gas. 
Weitere Informationen unterwww.elvaco.com/de 

Pressekontakt
Sabrina Ortmann
Tel.: +49 (0)30 549 092 40
E-Mail: press@elvaco.com

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